Kurz vor Ende des Jahres 2020 haben Großbritannien und die EU sich auf ein Handelsabkommen geeinigt. Da hier auch einige regelmäßiger in England bestellen, dürfte diese Info sicherlich von Interesse sein.

Laut abkommen verzichtet man beim Güterverkehr beiderseits auf die Erhebung von Zöllen. Dies bedeutet, das bei einem Warenwert ab 150€ keine weiteren Gebühren/ Zölle zu zahlen sind, wie es normalerweise bei Bestellungen aus dem Nicht-EU Ausland der Fall wäre.

Was jedoch nicht entfällt, ist die sogenannte Einfuhrumsatzsteuer. Diese liegt in Deutschland bei 19% und wird ab einem Warenwert von 22€ erhoben (tatsächliche Freigrenze rund 26€, da Steuern unter 5€ wegen des Aufwands nicht erhoben werden).

Wenn man also künftig in England bestellt und die Bestellung höher als ca. 26€ ausfällt, sollte man in der eigenen Rechnung gleich 19% mit dazu rechnen.

Beispiele

  • Bestellung mit Warenwert von 20€ – keine Zusatzkosten
  • Bestellung mit Warenwert von 27€ – zzgl. 19% Einfuhrumsatzsteuer (5,13€) = 32,13€
  • Bestellung mit Warenwert von 80€ – zzgl. 19% Einfuhrumsatzsteuer (15,20€) = 95,20€

Bestellungen bei Zavvi

Zavvi bleibt weiterhin eine Ausnahme. Es gab zwar ein abkommen zwischen Großbritannien und der EU, jedoch werden Bestellungen von Zavvi weiterhin wie Bestellung aus dem Rest der Welt wie Asien oder den USA behandelt.

Zavvi hat seinen Sitz auf der Kanalinsel Jersey, welche zwar zum Zollgebiet der EU gehört, aber nicht zum Steuergebiet für Verbrauchsteuern und Mehrwertsteuern.

Hier fallen also weiterhin 19% Einfuhrumsatzsteuer an UND Zoll Gebühren ab 150€ Warenwert (ca. 3,5% bei Filmen und Spielen).

Beispiele

  • Bestellung mit Warenwert von 20€ – keine Zusatzkosten
  • Bestellung mit Warenwert von 27€ – zzgl. 19% Einfuhrumsatzsteuer (5,13€) = 32,13€
  • Bestellung mit Warenwert von 155€ – zzgl. 19% Einfuhrumsatzsteuer (29,45€) + 3,5% (5,42€) Zollgebühren = 189,87€ Gesamt

Auslagepauschale der deutschen Post

Für jede zu verzollende Bestellung aus dem Ausland (Nicht-EU) gilt weiterhin die Auslagepauschale der deutschen Post. Die Gebühr hierfür beträgt 6€. Diese Pauschale berechnet die Deutsche Post (DHL) für verzollte Sendungen, die zur Hausanschrift des Kunden geliefert werden.

Man hat die Möglichkeit die Pauschale zu umgehen, indem man sich als Selbstverzoller bei der Deutschen Post registriert. Damit teil man der Post mit, das man die Ware selbst verzollen möchte. Dann wird die Ware an die zuständige Zollstelle vor Ort geschickt und man zahlt vor Ort die anfallenden Gebühren, spart jedoch die 6€ der Auslagepauschale.

Die Registrierung kann online bei der deutschen Post durchgeführt werden.

Handhabung einzelner Shops

Es ist durchaus möglich, das verschiedene Shops unterschiedlich mit dem neuen Abkommen umgehen. So gibt es beispielsweise Händler, bei denen die zu zahlende Einfuhrsteuer schon bei der internen Bezahlung mit geleistet werden muss. So hat man gleich alle Kosten gedeckt und der Shop übernimmt sozusagen die Verzollung.

Beispielsweise ist das bei Amazon.com so. Kauft man dort einen Artikel, der über dem Warenwert von ca. 26€ liegt, werden die Einfuhrsteuer und mögliche Zollgebühren gleich beim Checkout mit berechnet.

6 Kommentare

  1. Zavvi finde ich leider sehr unattraktiv zum Bestellen. Zum einen nervt mich die oft mangelhafte Produktbeschreibung zum anderen die Kosten die immer anfallen……leider weil die ganz tolle Produkte haben. Sollten mal überlegen eine Standbein in Deutschland auszubauen würde sich bestimmt lohnen……achja und die Lieferzeiten sind Katastrophal…….absolut nicht Zeitgemäß vor allem wenn man Prime von Amazon kennt……

  2. Die Lieferzeiten von Zavvi sind eigentlich gar nicht so gravierend, schuld ist der Zoll. Ein jedes Päckchen durchläuft den Zoll und wie es scheint dauert es manchmal ewig bis diverse Sendungen passieren dürfen. Ich denke die haben auch ziemlich große Massen an Paketen zu bewältigen. Was die Zollgebühren bezüglich der Post betrifft, das finde ich ziemlich dreist. Man geht ohne Einwilligung des Endkunden einfach in Vorkasse und kassiert dafür 6 Euro, modernes Raubrittertum nenne ich sowas. Habe mich vor Monaten als Selbstverzoller registrieren lassen und naja man wird sehen ob es auch so funktioniert. Laut diversen Meinungen in etlichen Foren funktioniert das wohl nicht so wie erwartet. Kann diesbezüglich leider noch keinen Erfahrungswert teilen aber es dürfte demnächst bald soweit sein.

  3. Die Lieferzeiten bei Zavvi sind durchaus sehr ärgerlich, nur liegt das nicht überwiegend an Zavvi selber sondern an unserem Zoll. Ich denke das diverse Päckchen sehr lange beim Zoll verweilen bis sie den Weg zum Endkunden finden. Was die Zollpauschale der Post betrifft das nenne ich modernes Raubrittertum. Man wird nicht darüber informiert und die Post behält sich vor einfach in Vorkasse zu gehen und schlägt dem Endkunden eine Bearbeitungsgebühr von ca 6 Euro obendrauf. Habe vor Monaten einen Selbstverzoller Antrag gestellt, dieser wurde auch abgesegnet. Leider liest man in diversen Foren das es wohl nicht so funktionieren soll wie angegeben. Habe diesbezüglich auch noch keinen Erfahrungswert machen können, dürfte demnächst aber soweit sein. Bin gespannt ob das funktioniert.

  4. Wie ist die Regelung für Bestellungen, die im alten Jahr getätigt und bezahlt wurden, aber erst jetzt im neuen Jahr geliefert werden? Habe da nichts zu gefunden auf der Seite des Zoll.

    • Da ich mich auch nur auf die offiziellen Angaben von Zoll und EU beziehe, kann ich dazu auch nichts konkretes sagen. Meine Vermutung wäre in deinem Fall aber, das du dann keine Einfuhrsteuer zahlen musst, da die Bestellung eben im alten Jahr getätigt und auch bezahlt wurde.

      Anders wäre es vielleicht, wenn die Bestellung zwar aus dem Vorjahr ist, diese aber erst bei Auslieferung in diesem Jahr bezahlt werden würde. Dann könnte ich mir vorstellen, das die Einfuhrsteuer zu zahlen wäre.

      Aber wie gesagt, ist es nur eine Vernutung, genau weiß ich es nicht.

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