[Review] CYST im Limited Blu-ray Mediabook (inkl. DVD)

4.5
Zusammenfassung:

An alle Dr. Pimple Popper Fans da draußen! B-Spree hat uns ein limitiertes Mediabook zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür, welches wir uns heute mal etwas genauer ansehen, denn glaubt mir, solche Filme wie CYST gibt es wirklich nicht jeden Tag zu sehen.

Das B-Movie Horror-Genre ist wirklich ein facettenreiches als solches- wir haben fliegende Haie in Tornados, untote Biber und da sind die verrücktesten noch nicht einmal genannt. Was könnte da bloß noch fehlen? Natürlich! Eine gigantische, Menschen-mümmelnde und Eiter-verspritzende Zyste! Daran habt ihr doch auch grade sofort gedacht nicht wahr? Spielt eigentlich auch keine Rolle, denn die Idee ist vom Markt und damit beschäftigen wir uns jetzt mit CYST, der von Tyler Russell (PAC MAN: The Movie) inszeniert wurde. Aber worum geht’s genau?

Bevor ich die Review aber richtig beginne, muss gesagt sein, dass dieser Film kein hochglanzpoliertes Meisterwerk sein will und vorrangig eine leichte Unterhaltung anstrebt.

Das macht sich schon anhand der Story fest, da diese, wie so oft in der B-Movie Riege nicht die aller komplizierteste ist. Ein Doktor, genannt Dr. Guy, versucht sich auf dem Gebiet der Zytologie einen Namen zu machen und das um jeden Preis. Ob er dafür alles in Kauf nimmt und einen kreuzgefährlichen Laser baut? 100 Punkte, auf jeden Fall! Das geht, wie erwartet, fürchterlich schief und es wird ein Monster geschaffen, welches dann seine Praxis, Kollegen und Patienten terrorisiert.

Und das war es dann eigentlich zur Story, denn mehr will der Film einem auch gar nicht mit auf den Weg geben und ich denke bei der Idee eines grotesken Zysten Blobs sind wir uns alle einig, dass das genügt. Warum kann der Laser so ein Ding erschaffen? Wer weiß das schon. Ohne ihn wäre der Film jedoch nicht zustande gekommen, also lassen wir das. Jedenfalls hat man als Splatterfan hier und da durchaus seinen Spaß, denn die Effektarbeit ist das worauf der Film tatsächlich seinen Fokus legt.

Die sind bei einem schmalen Budget von gerade einmal 65.000 Dollar auch ziemlich gut geraten. Das haben wir in dem Fall VFX Supervisor Kyle Roberts zu verdanken, der schon in Wrong Turn: The Foundation und The Last Witch Hunter gezeigt hat, was er effekttechnisch kann und zusätzlich sogar noch selber in das Kostüm für das eitersprießende Monster schlüpft…das nenn ich Einsatz. Daher bekommt man herrlich eklige Splatter Effekte zu sehen, die man bei diesem Budget schlichtweg nicht erwarten würde. Das Beste daran- es sind praktische Effekte! Ja, hier und da wurde etwas mit CGI aufgebessert, aber der Anteil ist verschwindend gering und ändert daher nichts an dieser guten Reputation. Man merkt auch, dass der Film nicht herzlos gemacht wurde, da man sich beim Monster etwas gedacht hat. Zwar bekommt der glitschige Klumpen weder einen Namen noch eine Backstory, was etwas schade ist, aber die Idee ist für Liebhaber von Trash tatsächlich irrwitzig.

Weniger irrwitzig sind die Dialoge und das generelle Script. Ich habe aber eben noch gesagt, dass das ein B-Movie ist und er das auch weiß oder? Ja, habe ich, allerdings kann ich mich mit manchen Elementen auch als Fan und entsprechender Haltung nicht wirklich anfreunden. Ich erwarte nicht, dass mir hier oscarreife Performances und Lines um die Ohren fliegen, aber ein bisschen Spaß darf man mit den Figuren schon haben. Hatte ich allerdings nicht. Ist natürlich subjektiv einzuschätzen, aber wenn ein Charakter 3x hintereinander den gleichen Gag reißt (der auch beim ersten Mal nichts hermacht) und Eva Habermann, die hier die Arztassistentin spielt, zum dritten und vierten Mal in den ersten 10min, mit Eiter vollgesoßt wird, dann kommt das bei mir als nicht mehr als nervig an. Noch dazu gibt es Momente, wo der Film es einfach zu ernst mit sich selbst nimmt, einfach anhand der Performance und wie die Texte rübergebracht werden. Richtig Spaß kann ich da nicht drauß generieren, zumindest auf Seiten des Scripts. Und ja, das ist aus Perspektive eines Trash Fans betrachtet.

Allerdings kann man sehen, dass alle Beteiligten Spaß an dem Dreh hatten und das lässt sich auch am angehangenen Gag Reel, in dem man beim Abspann ein paar witzige Szenen vom Set sehen kann, festmachen. Auch die auf die Dimensionen des Films heruntergebrochenen Hommagen an John Carpenter’s The Thing und Stuart Gordon’s Re-Animator haben daher trotzdem ihren Charme, auch wenn man die Werke qualitativ natürlich nicht auf Augenhöhe vergleichen sollte. Das alles bekommt man in 73 Minuten Laufzeit verpackt, zumindest auf der Blu-Ray Disc, die DVD bietet hier eine auf 70 Minuten gekürzte Version des Films, was ich als Bundle in der gleichen limitierten Edition schon als negativ ankreiden muss. Genauso kritisieren muss ich beim Thema Laufzeit, dass der Film trotz seines Trash Faktors wirklich kein gutes Pacing findet und einige Sequenzen und Einstellungen bis zum letzten ausgereizt werden, obwohl dies völlig belanglos ist. Beispiel wäre hier der Lockdown der Praxis und besonders der Shot auf den Hausmeister. 73 Minuten Lauflänge wurden auch in diesem Genre schon besser gefüllt.

Kommen wir aber endlich zum vorliegenden, gut verarbeiteten Mediabook, das sieht nämlich recht fetzig aus und stellt in passender Manier den Ursprung des Zystenmonsters in den Vordergrund. Der geöffnete Rücken des Patienten mit zu erkennendem Praxiskittel richtet ganz klar den Fokus auf das Thema des Films. Dazu ein wenig Eiter, welcher aus dem mit fetten Zysten ummantelten Auge quillt und fertig ist das Cover. Das ist treffend und effizient zugleich, verrät aber nicht zu viel über das finale Design des Monsters, sondern teast lediglich dessen Ursprung an. Dazu dekoriert der Titel des Films ebenfalls das Cover des Mediabooks, welcher allem Anschein nach auch mit Eiter gekleckst wurde. Auf der Rückseite sehen wir den gebeinten, blutigen Schädel, derganz klar wie bereits erwähnt, als John Carpenter Referenz dient und darunter die berühmte Wall of Text mit Inhaltsangabe des Studios und technischer Daten.

Im Mediabook selbst befinden sich die Blu-Ray Disc und DVD, genauso wie ein paar beschriebenen Seiten zum Film. Sehr schade hierbei nur, dass diese Seiten mit nur wenig wirklich sinnhaftem bedruckt sind, da es etwas schade ist, im zum Film gehörigen Mediabook so gut wie kaum etwas über das Making Of des Monsters zu erfahren. Stattdessen bekommt man von nahezu jedem, der mitgewirkt hat einen beruflichen Lebenslauf, je eine Seite zu den beiden Hauptfiguren und eine einseitige Zusammenfassung der Produktion. Jedoch wird über den wirklichen Star des Films, nämlich die Zyste, kaum ein Wort verloren, dazu findet sich lediglich ein Absatz, was sehr schade ist. Genaue Schaffensprozesse im Bezug auf das Monster sind immer interessant und stellen den Rest eines solchen Filmes nun mal in den Schatten. Den beruflichen Werdegang der Darsteller zu beleuchten ist nett, aber sollte hier nicht der klare Fokus sein, zumindest meinem Empfinden nach.

Bildtechnisch hat man allerdings versucht das Beste aus dem Budget rauszuholen und den recht digitalen Look des Films gut zu retuschieren. Das wird in der Blu-Ray auch gut merkbar, welche das Bild in WS 2.35:1 und 1080p wiedergibt. Es gibt kaum Filmkorn und besonders die Blu-Ray glänzt in ihrer Performance mit Auflösung und Farbdarstellung. Speziell die verschiedenen Blautöne der Praxis und die dazu im Kontrast stehenden Farben des Monsters, kommen hier deutlich besser zur Geltung und lassen die Farbpalette des Films mehr aufleben. Die DVD wirkt dagegen etwas blasser und natürlich weniger auflösend. Das und die genannte Kürzung der DVD lassen diese innerhalb der Edition wenig gut dastehen.

Auf der Blu-Ray bekommt man gewohnten DTS-HDMA 5.1 Sound in sowohl der deutschen und englischen Sprachausgabe, welche die einzigen Einstellungsmöglichkeiten sind. Ich muss allerdings erwähnen, dass die deutsche Synchronisation hier nicht so gut funktioniert, was vermutlich dem Budget geschuldet ist, da der Audiomix sehr draufgesprochen, die Effekte eingefügt und daher sehr klinisch wirkt. Das hat man natürlich bis zu einem gewissen Grad bei jeder Synchro, aber hier ist es mir besonders fern zum Geschehen aufgefallen, was das Ganze nicht organisch wirken lässt. In der englischen Ausgabe klappt das besser und wirkt authentischer. Die DVD kommt mit DD 5.1 und hat die gleichen Probleme, welcher aber der Produktion und nicht der Disc geschuldet sind.

Extras sind auf beiden Discs zu finden, welche neben Trailern und Audiokommentaren durch Interviews mit Cast und Crew noch ein paar mehr Einblicke als das Booklet bieten.

Alles zusammen ergibt dies ein sehr Mediabook über einen Film, dem ich als Fan der B-Movie Riege doch recht ambivalent gegenüberstehe. Am Ende muss aber jeder selbst entscheiden, ob es zum gemütlichen Abend CYST oder lieber eine Folge Dr. Pimple Popper zu sehen gibt ;-)

Technische Details

Blu-ray: WS 2.35:1 und 1080p 23.976
DVD: WS 2.35:1 (Anamorph)

Tonspuren

Blu-ray:
Deutsch und Englisch DTS-HDMA 5.1

DVD:
Deutsch und Englisch DD 5.1

Untertitel

Blu-ray: Deutsch, Englisch
DVD: Deutsch, Englisch

Bonusmaterial

Original Trailer
Teaser
Deutscher Trailer
Interviews mit Cast und Crew:
– Darsteller: Eva Habermann, George Hardy, Greg Sestero, Jason Douglas und Darren Ewing
– Mitarbeiter der VFX-Crew
– Regisseur Tyler Russell und Produzent Travis Ayers
Hinter den Kulissen-Bildgalerie
16-seitiges Booklet

 

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