[Review] Ninja Quadrologie 1-4 Deluxe-Edition (4 Blu-ray-Digipak im Schuber + 32-seitiges Booklet)

[Review] Ninja Quadrologie 1-4 Deluxe-Edition (4 Blu-ray-Digipak im Schuber + 32-seitiges Booklet)
6.4
Zusammenfassung:

HanseSound haben uns mal wieder mit einem Goodie zur Begutachtung samt Ölwechsel beauftragt und uns die sogenannte Ninja Quadrologie 1-4 Deluxe-Edition zukommen lassen, die den härtesten Koalabären umhaut. Dahinter versteckt sich die von Kennern und Filmverächtern geschätzte Produktionsschmiede Cannon, die von Yoram Globus und Menahem Golan ins Leben gerufen wurde und deren Werdegang sich in der empfehlenswerten Dokumentation Electric Boogaloo nachverfolgen lässt. Wer Cannon nicht kennt, sollte wissen, dass Masters of the Universe mit Dolph Lundgren, Cyborg mit Jean-Claude Van Damme oder auch Bloodsport, Die City-Cobra, Missing in Action (etc. pp.) alle von Cannon sind. Die Riege der Artouse-Movies der 80er-Jahre quasi.

In dieser schnucken Digipack-Schieber-Box, die mit edler Prägung daherkommt, wird uns also nun in einem Gesamtpaket die sogenannte Ninja-Trilogie aus dem Hause Cannon überliefert, als wäre sie die heilige Kampfsportschrift. Trilogie? Ja, richtig, bei den Cannon-Ninja-Filmen handelt es sich ursprünglich um eine Trilogie, die im ersten Teil von Menahem Golan höchstpersönlich inszeniert wurde, in den beiden Folgeteilen vom handwerklich durchaus weit begabterem Sam Firstenberg (u.a. American Fighter, Night Hunter) . Allerdings haben die drei Teile inhaltlich soviel gemeinsam wie Hygieneprodukte von DM oder Rossmann, nämlich alles und nichts. Natürlich geht es um Ninjas, aber ein Zusammenhang der Teile ist inhaltlich nicht folgerichtig gegeben.

Deshalb sind wir HanseSound für diesen Mogel-Quadrologie-Spaß nicht sauer, sondern freuen uns sogar, dass sie uns quasi als Goodie und Sho-Kosugi-Fans den ebenfalls passenden Die 1000 Augen des Ninja beigelegt oder als unehelichen 4. Teil untergeschmuggelt haben, weil er einfach in dieselbe Kerbe haut, wie die von Cannon. Hatte ich schon erwähnt, dass ich Cannon-Filme großartig finde? Warum? Weil es solche Filme heute nicht mehr gibt, weil sie genau den richtigen Grad zwischen Härte, Humor und Anspruch erfüllen, mit einer Prise Camp und Ungelenkheit, die uns allen in dieser schwierigen Zeit, in der man gar nicht mehr wissen kann, was eigentlich richtig oder falsch ist, abhanden gekommen ist.

Doch kommen wir zum Gral, der uns bei den Filmen in einer sehr ordentlichen HD-Blu-ray-Version dargeboten wird und sowohl tonal, als auch vom Bild definitiv überzeugt, wenn Connaisseure an das VHS-Bild von damals oder Fernsehausstrahlungen denken. Extras sind auf den ersten drei Discs leider mit der Lupe zu suchen und bieten nicht viel außer ein paar Fotos und Trailer. Dennoch gibt es die Filme in der deutschen Supersynchro mit den besten One-Linern seit Heinz Klett (Stichwort: „ich zieh dich gleich durch den braunen Salon“) und im englischen Original mit oder ohne Untertitel. Dafür definitiv Respekt. Leider sind ein paar Schnittstellen nicht synchronisiert, aber das fällt nicht ins Gewicht. Bei Die 1000 Augen der Ninja gibt es zumindest ein schönes Interview aus einer Kampfkunstfernsehsendung mit Sho Kosugi. Ein gutes und informatives 32-seitiges Booklet fügt dem immerhin noch etwas eigenproduziertes Bonusmaterial hinzu, aber schon wieder bleibt meine Bitte: „Whatever happened to the good old Audiokommentare?“ Im Ernst, Leute, fragt mich an, ich bin mein Geld wert.

Nun aber zum Inhalt: Teil 1 trägt den Titel Ninja – Die Kampfmaschine und erinnert nicht von ungefähr (oder vielleicht doch?) an Filmklassiker wie Paco – Kampfmaschine des Todes. Hier wird die Geschichte von John erzählt, der immerhin von Franco Nero (dem original Django) gespielt wird, was fast schon das Beste an diesem Teil ist. Die Geschichte könnte eine Episode des A-Team sein, die einen Grundbesitzer aufsuchen, der von einer mafiösen Bande schikaniert wird, dabei sein Leben lassen muss, während unser Held mit der Dame des Hauses die bösen Buben platt macht und am Ende als lonesome Cowboy von dannen zieht. Klassischer Erzählstoff mit schönen Kampfeinlagen und Sho Kosugi als Bösewicht in seiner Durchbruchrolle.

Wem Teil 1 zu nostalgisch und mau geraten ist, der wird an Teil 2 unter dem Titel Die Rückkehr der Ninja endlich zu einem cineastischen Hochgenuss kommen, weil dieser erstens von Sam Firstenberg inszeniert wurde, zweitens Sho Kosuga in der Hauptrolle agiert und drittens Mario Gallo (Raging Bull) als richtig guten Charakterkopfbösewicht bereit hält, der so auch in der Mafiosi-Serie Die Sopranos gut hätte mitspielen können oder in Goodfellas. Erzählt wird hier die Geschichte von Cho, der mit seinem Sohn in die USA auswandert, nachdem seine Familie brutal von Ninjas eliminiert wurde. Sein hierbei zunächst freundschaftlich gesinnter Kollege führt aber leider nur Böses im Schilde und nutzt die künstlerisch hochwertigen Porzellanpuppen des vermeintlichen Galeristen, um Heroin zu schmuggeln. Klar, dass Cho da nicht mitmacht. Filmisch ist Die Rückkehr der Ninja ein gut inszenierter, mit erstaunlicher Härte umgesetzter Martial Arts Film mit tollen Kampfsporteinlagen und überzeugendem Finale. Kosugas echter Sohn Kane hat hier eine schöne Rolle als sein Filmsohn und glänzt ebenfalls mit Martial Arts Können.

Wem Teil 2 schon gut gefallen hat, der fällt bei Teil 3 vielleicht vom Glauben ab, aber eigentlich ist Die Herrschaft der Ninja der beste Teil von allen, der die von mir hochgeschätzte Mischung aus Horror und Action perfekt vereint. Hier wird die zugegeben etwas absurde Geschichte der Aerobic-Trainerin Christie erzählt, die vom Geist eines ermordeten Ninjas quasi wie in Der Exorzist besessen wird und über diesen Rache an seinen Mördern nimmt (natürlich kalt serviert, wie sich versteht). Hier findet man einen klasse beleuchteten Neonfilm der 80er, der jedes Retro-Herz höher schlagen lässt.

Zum Abschluss gibt’s dann noch Die 1000 Augen der Ninja, der nochmal in Richtung Teil 2 geht und die Geschichte des Auswanderers Akira und seiner Familie erzählt, der ebenfalls wieder ins Gewehrfeuer von fiesen Dieben kommt und die Macht des Ninjas entfesseln muss, na klar, aus Rache. Übrigens ist der Fiesling Limehouse Willie, gespielt von James Booth, wirklich einer der widerlichsten Bösewichte, die es seit Joe Spinell in William Lustigs Maniac gegeben hat. Der Charakter dreht in der zweiten Hälfte dermaßen ab, dass der Film fast sein Martial-Arts-Action-Genre verlässt. Limehouse Willie einen Psychopathen zu nennen, passt da wirklich sehr und so endet der Film sogar in einem Lager für Schaufensterpuppen, was nun wirklich eine perfekte Referenz auf Maniac sein könnte.

Summa summarum, die Ninja Quadrologie 1-4 Deluxe-Edition von HanseSound bietet alle drei Cannon-Ninja-Filme und Die 1000 Augen der Ninja in einem Rundumsorglosgesamtpaket zum kleinen Preis. Alte Fans werden ihre Freude haben, junge können definitiv einen Blick reinwerfen, um die Macht der Ninja zu erfahren.

PS: Die Filme sind übrigens alle noch mit dem blutroten FSK-18-Sticker versehen und der neue HanseSound-Anfangstrailer rockt;-)

Technische Details

1080p, 16:9 – 2.35:1, 16:9 – 1.85:1, 16:9 – 1.77:1

Tonspuren

Deutsch (DTS-HD 2.0), Englisch (DTS-HD 2.0)

Untertitel

Deutsch

Bonusmaterial

32-seitiges Booklet, Interview mit Hauptdarsteller Shô Kosugi, Trailer, Photos

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1 Kommentar
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Gast
DENNIS
2. März 2022 13:12

Danke für die Coole Review!
Soviel Arbeit, hab mir die Edition
auch gegönnt! Coole Filme! teil 1bis2 schon gesehen,
teil 3 kommt heute =) Bin sehr zufrieden für die Aufmachung, echt schön
Gemacht!

Collectors-Junkies
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