[Review] The Lazarus Project – Staffel 1

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Zusammenfassung: Spannende und wendungsreiche Serie für Freunde von "Interstellar", "Butterfly Effect" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier". Eine nicht immer erreichte Charaktertiefe, deplazierter Humor und ein paar Logiklöcher verhindern eine höhere Wertung.

Vorab: Da es bis jetzt (Stand: Januar 2023) leider kein physisches Release von The Lazarus Project gibt, bezieht sich diese Kritik auf eine Pay-TV Ausstrahlung auf Sky. Diese Serie ist auch nur dort, bzw. als Stream auf Sky oder WOW zu sehen. Außerdem werde ich, um Euch die Serie gut beschreiben zu können, auf ein paar Handlungselemente eingehen. Diese beziehen sich jedoch nur auf die erste Folge. Ansonsten ist dieses Review spoilerfrei.

 

Der 01. Juli, 07:00 Uhr. Im Leben von Protagonist George (Paapa Essiedu) scheint alles glatt zu laufen. Er ist ein erfolgreicher App-Entwickler und wird heute einen lukrativen Deal abschließen. Außerdem hat er mit Sarah (Charly Clive) eine wunderbare Freundin. Im weiteren Verlauf erwarten die beiden ein Kind und geben sich das „Ja“-Wort. Alles scheint perfekt. Doch scheinbar plötzlich wacht George wieder am 01. Juli um 07:00 Uhr auf. Es ist so, als wäre all dies nie passiert. Es läuft ähnlich wie beim ersten Mal, allerdings mit ein paar Unregelmäßigkeiten. Kurz darauf, dasselbe Spiel von vorn. George versteht die Welt nicht mehr, zumal niemand seiner Mitmenschen diese Zeitsprünge zu bemerken scheint. Auf der Suche nach Antworten verstrickt sich George in immer abstrusere Verschwörungstheorien. Eines Tages trifft er auf die mysteriöse Archie (Anjli Mohindra). Sie scheint sowohl über die Zeitsprünge, als auch über George sehr viel zu wissen. Schnell offenbart sie ihm, dass sie Agentin für das Lazarus Project ist. Und diese Institution ist auch für die Zeitverschiebungen verantwortlich. Die meisten Menschen bekommen von diesem Verfahren überhaupt nichts mit, aber ein geringer Prozentsatz der Erdbevölkerung (zu denen auch George zählt) ist davon ausgeschlossen. In der Folge wird George für Lazarus rekrutiert. Es geht darum den, nach Ansicht der Behörde, extrem gefährlichen Rebrov (Tom Burke) zu stoppen. George lernt somit die Vorgehensweise von Lazarus, sowie die Macht der Zeitverschiebungen kennen.

Wer von Euch sich jetzt an Filme wie Christopher Nolan´s Inception oder Interstellar, sowie Und täglich grüßt das Murmeltier oder Butterfly Effect erinnert fühlt, hat damit gar nicht mal so unrecht. Die Referenzen sind klar zu erkennen. Dabei wird aber nicht einfach kopiert, sondern etwas eigenständiges geschaffen. So arbeitet die Serie mit Elementen des Drama-, Sci-Fi-, Action- und Verschwörungsthriller-Genres. Außerdem werden aktuelle Ereignisse wie die Corona-Pandemie, oder die politische Situation in Russland gekonnt und sinnig in die Handlung integriert. Der wertige, visuelle Stil hat mich dabei des Öfteren an die Serie Westworld erinnert. Die Handlung schlägt im Verlauf der 8 Episoden (a ca. 45 Minuten) einige Haken. Diese sind nicht immer vorherzusehen, was die Serie konstant spannend hält. So wird, dank der teilweise enormen Charaktertiefe, clever mit der klassischen Schwarz/Weiß-Malerei gespielt.

Bei all den positiven Punkten gibt es allerdings auch ein paar Sachen, welche nicht wirklich rund laufen. Wie im vorherigen Absatz erwähnt, sind die Charaktere nur teilweise gut ausgearbeitet. Das betrifft etwa 5 Hauptfiguren. The Lazarus Project bietet, in Betracht der wenigen 8 Folgen, aber eine Fülle an Charakteren, welche letzten Endes zu kurz kommen. Gerade die Mitarbeiter der Institution fungieren im besten Fall lediglich als Stichwortgeber. Meistens sind sie aber einfach nur anwesend, was eine Bindung nahezu unmöglich macht. Außerdem bietet die Serie vergleichsweise viel Humor in Form von One-Linern, oder Situationskomik. Diese Momente sind für sich genommen zwar ganz witzig, in Anbetracht der doch recht ernsten Grundhandlung wirken sie aber wie ein Fremdkörper. Auf schauspielerischer Seite gibt es keine Ausfälle. Jeder Akteur performt grundsolide, aber keiner sticht wirklich raus. In den letzten 2 Folgen klinkt sich die serieninterne Logik auch ein paar Mal aus. Bei einem No-Brainer, wie einem beliebigen The Fast And The Furious – Film, mag das zu verschmerzen sein. Bei einer Serie die sich und ihre Handlung ernst nimmt fällt das allerdings unangenehm auf.

In der Summe haben wir es aber mit einem überdurchschnittlichen Vertreter zu tun, welcher gerade Freunde der genannten Genre-Referenzen gefallen dürfte. The Lazarus Project endet übrigens mit einem fetten Cliffhanger. Jüngst wurde aber eine 2. Staffel bestätigt, welche im August 2023 auf Sky zur Verfügung stehen wird. Wenn man noch ein bisschen an der Charaktertiefe arbeitet, den aufgesetzten Humor reduziert und eine paar Logiklöcher umschifft, kann aus dieser Serie ein richtiger Knaller werden. Ich bin jedenfalls gespannt wie es weiter geht.

7 Gesamtwertung
The Lazarus Project - Staffel 1

Spannende und wendungsreiche Serie für Freunde von "Interstellar", "Butterfly Effect" oder "Und täglich grüßt das Murmeltier". Eine nicht immer erreichte Charaktertiefe, deplazierter Humor und ein paar Logiklöcher verhindern eine höhere Wertung.

Story
7.0
Bild
6.5
Ton
7.5
PROS
  • spannende, wendungsreiche Handlung
  • knackig inszenierte Action
  • kein Leerlauf
CONS
  • einige Charaktere zu grob und uninteressant geschrieben
  • Humor wirkt deplaziert
  • ein paar auffällige Logiklöcher
 

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3 Kommentare
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Gast
The Real Ash
11. Januar 2023 20:49

Na das ist doch mal ein schöner Einstand, super Review zu einer interessanten Serie mit Schwächen. Werde ich bei Gelegenheit reinschauen:-D

Gast
tp-industries
11. Januar 2023 22:20
Antwort an  The Real Ash

Ich danke dir, einzig wahrer Ash!
Sowohl für deinen Kommentar, als auch für deinen „Stups“ Richtung Collectors Junkies ;)

Gast
The Real Ash
11. Januar 2023 22:43
Antwort an  tp-industries

Aber gerne doch, bringen wir den Review-Bereich mal zum Laufen;-)

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