[Review] Frankenstein (1931) als 4K Steelbook (Universal Monster Classics) (inkl. Blu-ray)

8.6
Zusammenfassung: Universal bringt Frankenstein von 1931 mit Boris Karloff als schickes Steelbook, das nicht nur äußerlich glänzt, sondern vor allem mit seinem grandiosen Bild und überarbeitetem Ton das Medium Film und Kino von seiner besten und ursprünglichsten Seite zeigt. Für alle Filmpuristen und solche, die es noch werden wollen.

Da Universal so begeistert von unserer Vorstellung zur Frankenstein – Die ultimative Monster Collection von Koch Films war, haben sie sich nicht lumpen lassen und uns gleich die restlichen 4K-Scheiben im Steelbook zukommen lassen, um die Sammlung zu komplettieren. Da verneigen wir uns artig und schauen mal, ob die 4K zu Frankenstein (1931) tatsächlich das hält, was die Backcoverabdeckung verspricht: „ultimativer Filmgenuss,“ „4x höhere Auflösung,“ „HDR“ und zu allem Überfluss noch „verbesserter Raumklang.“ Also wenn das nichts ist, weiß ich auch nicht mehr und beginne wohl selbst demnächst während der Goutierung dieses Horrormeisterwerks ein Monster zusammenzunähen. Mal schauen, ob ich im Hinterhof noch ein paar abgetrennte Arme, Beine und andere Körperteile finde. Das Gehirn nehme ich natürlich von einem frisch verurteilten Verbrecher, ist doch Ehrensache.

Der Inhalt ist weitreichend bekannt und behandelt immer noch die verrückten Experimente des Gottspielers Dr. Frankenstein, der auf seiner Burg aus Leichenteilen ein Monster mittels modernster Technologie zum Leben erweckt. Dieses Lebewesen wider Willen kann denn nicht anders, als sich seiner Existenz nicht zu freuen, sondern ist stinksauer über die plumpe Machart des feinen Herrn Wissenschaftlers. Denn auch ein Monster hat Gefühle, doch leider zu viel Kraft und verwechselt ein Kind gerne mal mit einem Seerosenblatt. Das Problem zeigt sich leider daran, dass letzteres besser schwimmt. Väter sind meist nicht besonders verzeihlich, wenn es um tote Töchter geht, Dorfmitbewohner auch nicht, und so nimmt das Schicksal seinen Lauf und unser etwas dümmliches, aber gutgemeintes Monster – die Kreatur – versucht zu fliehen.

Das Steelbook von Universal lässt nun wirklich keine Wünsche in Sachen Bild- und Tonqualität offen. Der Rest ist gewohntes Universal-Zubehör, ebenso wie das Bonusmaterial auf der beigelegten Blu-ray, was Besitzern nun wirklich keinen Mehrwert bietet, außer dies ist die erste Berührung mit der Materie Frankenstein, von daher bleibt das Bonusmaterial nach wie vor empfehlenswert (“Die Akte Frankenstein,” “Karloff – das sanfte Monster,” “Universal-Horror,” etc.).

Kommen wir aber zum Bild und betrachten wir diesen kristall gewordenen Traum im Gegensatz zur bekannten Blu-ray, die ja schon herausragend ist. Und ja, Universal verspricht nicht zuviel, Frankenstein ist in der 4K-UHD-Version wirklich die allererste Bio-Sahne vom Ökohof unter Burg Frankenstein, dass man sich selbst hinein in die Handlung stürzen möchte, um entweder das Monster zu retten, oder auch selbst auf die wilde Hatz zu gehen. Nun gut, bemerken muss ich natürlich, dass es sich hier nicht um einen UHD-Film aus dem MCU handelt, sondern um einen nun sage und schreibe 90-jährigen Film. Dafür muss man sicherlich ein Ultra-Ultra-HD-Fan sein, um sich auf die Körnung des Films einzulassen, aber die Detailschärfe und -treue, die Abstufungen des Schwarz-Weiß und das gesamte Bild sind einfach nur eine Freude für Nostalgiker mit aktuellem Techno-Faible.

Gerade in den dunklen Szenen hat man ein Bild, wie man es sich wünscht, oder auch wenn sich der Totengräber seine Pfeife anzündet, sieht man eine Flamme, die man auf der ja ebenfalls hervorragenden Blu-ray so nicht sieht. Auch die Illusion des Inszenierten tritt hier noch einmal ganz anders in Erscheinung, wenn der künstliche Hintergrundhimmel Falten wirft, die sich mit der im Vordergrund bewegenden Deko mitbewegen. Gerade die Unschärfen der damaligen Kameraführung haben so noch mehr Reiz und zeigen die Nichtperfektion von Film in seiner Gänze, aber gleichzeitig in seinem unbeugsamen Charme.

Hier gibt es einfach Liebe zur fast vergessenen Kunst des alten Kinos und eben seiner Künstlichkeit, die es so nicht besser gibt. Gerade auch, was die Special Effects betrifft, die manche vielleicht in schlechterer Bildqualität mehr überzeugen, so aber das Medium Film erst zeigen, als das, was es ist: Illusion. Zum Thema Raumklang, muss man definitiv, dass auch hier die Detailschärfe der Hintergrundgeräusche tatsächlich eine Art Kinoerlebnis bietet, das man damals so wohl nicht im Kino hatte, in vollem Umfang quasi.

Das Steelbook ist nur das i-Tüpfelchen in dieser Veröffentlichung, da den Fans nicht nur eine bloße Amaray angeboten wird, sondern diesem absoluten Sammlerstück und Teil des offiziellen Kanons des Weltkinos eine solche edle Edition in Metallic- und Silberoptik für das heimische Vorzeigeregal geboten wird. Dem Frontcover mit dem Monster fühle ich mich als Freund der bedrohlichen Hände besonders nahe, während das Backcover den verrückten Wissenschaftler Frankenstein beim Tüfteln zeigt, was letztlich die zwei Seiten einer Medaille sind: Monster und Wissenschaftler = ein und dieselbe Person, wie Jeckyll und Hyde. Auf dem Innencover folgt über beide Seiten verteilt der Moment, in dem Frankenstein, Igor und das Monster auf der Pritsche zusammen zu sehen sind, bevor die Hölle sprichwörtlich losbricht.

Summa summarum, man kann nichts anderes sagen, Frankenstein in der 4K-UHD besticht mit absolut glänzendem Referenzbild eines 90-jährigen Films, wie das nur Universal kann und gemeinsam mit Frankenstein – Die ultimative Monster Collection von Koch Films braucht jetzt niemand mehr etwas anderes, als diese beiden Veröffentlichungen, um es sich mit dem Mythos Frankenstein zu Hause gemütlich zu machen. Außer Abbott und Costello treffen Frankenstein (1948), aber den kann man eventuell auch irgendwann anders noch hinzufügen.

Tolle Veröffentlichung und Boris Karloff sah nie besser aus:

“Er bewegt sich, er lebt, er lebt!!!”

8.6 Gesamtwertung
Frankenstein (1931) als 4K Steelbook (Universal Monster Classics) (inkl. Blu-ray)

Universal bringt Frankenstein von 1931 mit Boris Karloff als schickes Steelbook, das nicht nur äußerlich glänzt, sondern vor allem mit seinem grandiosen Bild und überarbeitetem Ton das Medium Film und Kino von seiner besten und ursprünglichsten Seite zeigt. Für alle Filmpuristen und solche, die es noch werden wollen.

Story
10.0
Bild
9.5
Ton
9.0
Ausstattung
5.5
Verpackung/ Edition
9.0
PROS
  • herausragendes Bild
  • überarbeiteter Raumklang
  • wunderschönes Steelbook
  • genialer Filmklassiker
CONS
  • kein neues Bonusmaterial
  • kein Booklet
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